Pflanzliches Arzneimittel
Wirkstoff: Sennae folium pulvis.
Konservierungsstoffe: Kaliumsorbat (E202), Natriumsulfit (E221).
Weitere Hilfsstoffe: 4,25 g getrocknete Feigen, 0,21 g getrocknete Pflaumen, 0,2 g getrocknete Aprikosen, 1,63–1,85 g Zucker, Lecithin (E322) sowie zusätzliche Hilfsstoffe.
Ein Fruttasan Würfel mit Senna (7,5 g) enthält (0,37–0,59 g) getrocknete Sennesblätter (entsprechend 15 mg Hydroxyanthracen-Glykoside berechnet als Sennosid B).
Zur kurzfristigen Behandlung von gelegentlicher Verstopfung (z.B. auf Reisen oder bei Veränderung der Essgewohnheiten).
Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren nehmen 1–2 Würfel pro Tag. Nach Einnahme von Fruttasan Würfel mit Senna ausreichend Flüssigkeit (mindestens 1 Glas Wasser) zuführen. Fruttasan Würfel mit Senna nur gelegentlich und nicht länger als 1–2 Wochen einnehmen.
Da die Wirkung nach etwa 8 Stunden eintritt, empfiehlt sich die Einnahme abends vor dem Schlafengehen. Die korrekte individuelle Dosis ist die geringste, die nötig ist, einen weichen Stuhl zu erzeugen.
Bauchschmerzen unbekannter Ursache, Ileus, Darmstenose und -atonie, schwere Dehydration mit Wasser- und Elektrolytverlust, Schwangerschaft und Stillzeit, Appendizitis und andere entzündliche Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes (z.B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa).
Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe (siehe Zusammensetzung).
Kinder unter 12 Jahren.
Fruttasan Würfel mit Senna dürfen nur gelegentlich und nicht länger als 1–2 Wochen eingenommen werden. Falls Abführmittel jeden Tag benötigt werden, sollte die Ursache der Verstopfung ermittelt werden. Eine längerfristige Einnahme von Abführmitteln sollte vermieden werden. Medizinisch erforderliche Langzeitbehandlungen (z.B. bei gleichzeitiger Behandlung mit Opiaten) gehören unter ärztliche Kontrolle. Patienten, die Präparate einnehmen, die eine QT-Verlängerung im EKG hervorrufen können (Herzglykoside, Antiarrythmika, Diuretika, Adrenokortikoide, Süssholzwurzel), müssen vor Einnahme von Fruttasan Würfel mit Senna ärztlichen Rat einholen.
Zu hohe Dosierung führt zu einem flüssigen Stuhl, verbunden mit Flüssigkeits- und Elektrolytverlust. Dieser Missbrauch kann unerwünschte Folgen nach sich ziehen: Abhängigkeit eventuell verbunden mit der Notwendigkeit zur Dosissteigerung, eine Störung des Wasser- und Elektrolythaushaltes (hauptsächlich Hypokaliämie) sowie ein atonisches Colon mit beeinträchtigter Funktion.
Hypokaliämie als Resultat eines chronischen Missbrauchs von anthranoidhaltigen Laxantien verstärkt die Wirkung von Herzglykosiden und interagiert mit Antiarrhythmika, Arzneimitteln, die zur Kardioversion eingesetzt werden (z.B. Chinidin) und Arzneimitteln, die zu einer QT-Verlängerung führen. Die gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln, die ihrerseits zu einer Hypokaliämie führen können, wie z.B. Diuretika, Adrenokorticoide und Süssholzwurzel, können mögliche Elektrolytstörungen verstärken.
Aufgrund unzureichender toxikologischer Untersuchungen dürfen Schwangere und Stillende das Präparat nicht einnehmen.
Die Auswirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von Maschinen wurde nicht geprüft und ist nicht bekannt.
Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen ist auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar.
Gastrointestinaltrakt: Es können Darmkoliken, Durchfälle, Reizungen der Darmschleimhaut und Kaliumverluste vorkommen, hauptsächlich bei zu hoher Dosierung oder zu langer Anwendung.
Auch Blähungen oder Bauchkrämpfe können vorkommen. Die Symptome verschwinden, wenn das Medikament abgesetzt wird.
Immunsystem: Es können Überempfindlichkeitsreaktionen, wie z.B. Juckreiz oder Hautausschläge auftreten.
Niere und ableitende Harnwege: Bei chronischem Gebrauch kann es zu einer Pseudomelanosis coli kommen. Metaboliten der Sennespflanze können zu einer harmlosen gelb-braunen Verfärbung des Urins führen.
Symptome: Schmerzhafte Bauchschmerzen, Bauchkoliken und schwerer Durchfall mit Wasser-Elektrolyt-Verlusten. Als Antidot sollen Adsorbentien gegeben sowie der Wasser-Elektrolyt-Haushalt ausgeglichen werden.
ATC-Code: A06AB56
Sennoside gehören zur Gruppe der stimulierenden Laxantien vom Anthranoidtyp. Anthracen-Derivate induzieren eine aktive Sekretion von Elektrolyten und Wasser in das Darmlumen und hemmen die Resorption von Elektrolyten und Wasser aus dem Dickdarm. So wird über eine Volumenzunahme des Darminhalts der Füllungsdruck im Darm verstärkt und die Darmperistaltik angeregt. Die enthaltenen Feigen-, Aprikosen- und Pflaumenzubereitungen können die Verdauungsfunktion unterstützen.
Die Sennoside A + B passieren nach oraler Gabe den Magen und den Dünndarm unverändert und ohne in nennenswerter Menge resorbiert zu werden. Erst im Dickdarm werden sie durch die Einwirkung bakterieller Enzymsysteme zu pharmakologisch aktiven Verbindungen umgewandelt. Die Sennoside A + B werden dabei durch die Einwirkung der Darmflora in die aktiven, laxierend wirkenden Verbindungen umgewandelt. Bakterielle β-Glukosidasen spalten die β-Glukosidbindung der Anthrachinonglukoside; Reduktion und weitere Spaltung der Aglukone ist möglich. Sowohl die Aglukone als auch deren Spaltprodukte (Rheinanthron, Rhein) sind laxierend. Die Sennoside und ihre Metaboliten werden zum grössten Teil mit den Faeces ausgeschieden, niedermolekulare Spaltstücke nach Resorption und Metabolisierung auch zum Teil über die Nieren.
Ein Sennesextrakt sowie Aloe-Emodin und Emodin waren in vitro mutagen; die Sennoside A und B sowie Rhein dagegen negativ. In-vivo-Untersuchungen zur Mutagenität eines Sennesextraktes sowie Aloe-Emodin und Emodin verliefen negativ. Die Gabe einer Sennafraktion (40,8% Anthranoide, 142 ppm freies Aloe-Emodin und 9 ppm freies Emodin) über 104 Wochen hatte keine kanzerogene Wirkung bei Ratten gezeigt.
Reproduktionstoxikologie: Ratten und Kaninchen zeigten nach oraler Gabe von Sennosiden keine embryo- oder fetotoxische Reaktionen. Die postnatale Entwicklung der Jungtiere, das Verhalten der Muttertiere sowie die Fertilität männlicher und weiblicher Ratten wurden durch die Gabe von Sennosiden nicht beeinflusst. Entsprechende Daten zu Drogenzubereitungen liegen nicht vor.
Durch die Verfärbung des Harns könnte die Auswertung diagnostischer Tests beeinträchtigt werden.
Das Medikament darf nur bis zu dem auf der Verpackung mit «EXP» bezeichneten Datum verwendet werden.
Im Kühlschrank (2–8 °C) lagern. Vor Feuchtigkeit schützen.
57933 (Swissmedic).
Fruttasan Würfel mit Senna 15. (D)
Fruttasan Würfel mit Senna 30. (D)
Graf Fruttasan AG, 4467 Rothenfluh.
September 2010.